Ich habe mir für diesen Monat ja vorgenommen, dass ich Nussmilch selbst herstellen möchte. Und da ich überhaupt keine Ahnung habe, welche Methode sich am ehesten bewährt, habe ich direkt eine kleine Versuchsreihe gestartet. Ich habe mir 4 Schälchen zurecht gestellt. Für alle Schälchen sollen die gleichen Bedingungen herrschen, um das Ergebnis am Ende besser und fairer auswerten zu können.

Die Vorbereitung

Somit fülle ich in jedes der 4 Schälchen ca 30g Haselnüsse. 2 Schälchen werden mit Wasser gefüllt, um diese über Nacht einweichen zu lassen, die anderen 2 blieben einfach so wie sie sind.

 

 

Mixen

Nun kommen die unterschiedlichen Geräte zum Einsatz: der kleine Mixer zum Herstellen des Muses und der große Standmixer zum Mixen der Milch.

Nussmilch_Ausgangssituation

Ich habe 4 Schälchen mit 2 unterschiedlich vorbereiteten Inhalten.

Schale 1 : eingeweicht
Schale 2: eingeweicht, wird zu Mus verarbeitet
Schale 3: trocken
Schale 4: trocken, wird zu Mus verarbeitet

Schale 1

Die über Nacht eingeweichten Haselnüsse gieße und spüle ich ab und gebe sie dann mit 300 ml Wasser in den Standmixer.
Das Mixen ging ziemlich zügig, nach wenigen Sekunden sah das Wasser einer Milch sehr ähnlich. Schnell waren die großen Stücke wie klein gemahlen und alles verband sich zu einer einheitlich weißen Flüssigeit.

Schale 2

Nussmilch_gemahlen_eingeweicht

Auch hier habe ich die zuvor eingeweichten Nüsse abgegossen und gespült, habe sie aber dann in den Zerkleinerer gegeben, um aus ihnen ein Mus zu machen. Anfangs dachte ich, dass ich diese Methode sehr effektiv zum Mus produzieren finde. Die Nüsse haben sich schnell zerkleinert und es entstand eine breiige Masse. An dem Zustand tat sich aber lange Zeit nichts mehr und die Nüsse klebten nur noch am Rand des Mixers. Auch ständiges von den Wänden kratzen brachte nichts. Kurzerhand habe ich auf einen kleineren Zerkleinerer mit Zugband (also nicht elektrisch) gewechselt. Hier wurde die Masse noch etwas feiner und homogener. Dennoch klebte sie auch hier nach kurzer Zeit an Wänden und Boden fest.

Als ich eine Mus-ähnliche Konsistenz erreicht hatte, habe ich es mit 300 ml Wasser im Mixer vermischt. Sehr zügig entstand hier natürlich die „Milch“.

Schale 3

Die wohl einfachste Variante, ist diese hier. Denn ich habe die Nüsse einfach so wie sie waren mit 300 ml Wasser in den Standmixer gegeben. Das Zerkleinern der Nüsse dauerte ein bisschen länger als bei Schale 1, erbrachte aber auch nach kurzer Zeit eine Milch.

Schale 4

Nussmilch_gemahlen_trocken

Die trockenen Nüsse kamen in den großen Zerkleinerer und wurden zu einem Mus verarbeitet. Das Zerkleinern erwies sich dann doch als einfacher, als bei Schale 2. Die trockenen Nüsse klebten erst viel Später an den Wänden, womit ich eine viel längere Zeit den Zerkleinerer am Stück betätigen konnte. Dennoch bin ich auf den kleinen Zerkleinere umgestiegen, um zu sehen, ob es dort schneller geht. Ich würde sagen, ja. Was mir noch aufgefallen ist: Die zerkleinerten Nüsse wurden bei dieser Variante ziemlich dunkel. So als hätte man die Nüsse zuvor angeröstet.

Mit 300 ml Wasser im Mixer vermischt hat man farblich aber keinen Unterschied zu den anderen Varianten erkannt.

 

 

Auswertung

Nussmilch_Wartezeit

Nach einiger Zeit haben sich die festeren Bestandteile aus der Milch nach unten abgesetzt. Es sah ein wenig aus wie ein verdrehter Latte-Macchiato mit den 3 Schichten. Unten dunkel, dann die helle Schicht und oben drauf der Milchschaum.

Über Nacht habe ich die 4 Gläser nun im Kühlschrank gelagert und Variante 4 hat sich als einziger mit den Farben umgekehrt. Also ganz unten ist es bei diesem Glas hell und dann kommt eine dunkle, stückige Schaumschicht. Der Schaum blieb bei allen 4 Varianten sehr stabil bzw. wird cremig.

 

 

Geschmacks-Test

Nussmilch_Gemixt_Vergleich

Nun kommen wir zu der ehrlichen Meinung. Ich muss sagen, dass ich ein bisschen auf dieses Ergebnis gehofft hatte. Denn, ich schmecke so gut wie keinen Unterschied! Es sind echt nur minimale Unterschiede zu erschmecken. Die Varianten 3 und 4, die ich zuvor nicht eingeweicht haben, kamen mir etwas intensiver vom Geschmack her vor. Hinzu kommt, dass die stückige Schicht bei den Mus-Varianten (2 und 4) etwas geringer ist.

Außerdem sind 300 ml Wasser für 30 g Nüsse meiner Meinung nach zu viel. Ich habe zwar keine Referenz, wie eine Haselnuss-Milch zu schmecken hat, aber mir erscheint der Geschmack als zu wässrig.

 

 

Ausbesserung

Nussmilch_Auswertung

Vor dem Experiment war mir schon klar, dass ich garantiert die Milch durch ein sauberes Küchentuch drücken sollte, da feine Nussstückchen zurück bleiben werden, die mich beim Trinken stören würden. Trotz des Zerkleinerers werden die Nüsse eben nicht so fein, wie in der Industrie, bzw. wie mit speziellen Geräten für Nussmilch. Somit kam die Milch noch durch ein frisches Küchentuch. Auch hiernach haben sich keine herausragenden Ergebnisse gezeigt. Die Masse nach dem Ausdrücken sah bei allen sehr ähnlich aus. Sowohl was Menge, als auch Konsistenz angeht. Ich empfinde nur Variante 4 als etwas Cremiger als alle anderen.

 

 

Fazit

Da ich ja nur in meiner Küche mit einem ungenauen Messbecher, nicht der Muße eine Haselnuss grammgenau zu zerstückeln (So wurden aus 30 g auch mal 31 g) und keinen speziellen Geräten und Messwerkzeugen gearbeitet habe, kann ich keine 100%igen Ergebnisse liefern. Mal hat man ein wenig mehr Wasser abgemessen, mal hat man ein paar Sekunden länger auf den Mix-Knopf gedruckt und das ausdrücken der Masse durch das Küchentuch kann man eben auch nicht wie bei einer eingestellten Maschine exakt gleich machen.

Alles ist eben eher annähernd gleich. Somit kann ich mit dem Fazit raus gehen, dass jede Variante zum fast gleichen Ergebnis führt! Es hat sich nicht wirklich gelohnt, die Nüsse vorher einzuweichen. Das einzige, was ich vielleicht beim nächsten Mal noch machen würde, ist es die trockenen Nüsse zu einem Mus zu verarbeiten, weil der Geschmack eben scheinbar etwas cremiger dadurch wird. Und vorher werde ich sie noch leicht anrösten, vielleicht um den Geschmack noch zu intensivieren.

 

Die Kosten

Ich habe mir auch mal den Spaß gemacht und mir errechnet, ob ich mit dieser Variante denn sparen könnte. Die gekaufte Variante kostet ca. 2,80€ für 1 Liter. Ganze Haselnüsse kosten pro 100 g ca. 2,40€. Somit würde mit meiner Wassermenge 1 Liter ca. 2,80€ kosten. Da ich ja aber gerne weniger Wasser verwenden wollen würde, die Zeit auch eine Rolle spielt und eben auch die Gerätschaften vorhanden sein müssen, wird es noch teurer.
Natürlich gibt es eben auch verschiedene Hersteller, die ihre Produkte zu unterschiedlichen Preisen und Qualitäten anbieten. Hier muss man eben selbst abwägen, ob es einem mehr Wert ist, zu wissen, was sich in dem Produkt befinden (Keine Konservierungsstoffe, Zucker oder ähnliches) oder ob der Aufwand sehr gering sein soll und das Produkt einfach fertig gekauft wird.

Mir macht es Spaß herum zu probieren und gewisse Lebensmittel selbst zu machen. So kann ich einfach selbst bestimmen, was hinein kommt und was eben nicht! Oder man lernt in manchen Fällen auch einfach zu schätzen, dass es die Produkte schon fertig gibt. (Wie zum Beispiel Kichererbsen aus der Dose! Das stundenlange Einweichen und Kochen ist es mir einfach nicht Wert!)

Ich habe aber erst einmal genug Nussmiclh für die nächsten Tage! Deshalb wird es zu einem späteren Zeitpunkt noch ein Nussmilch-Update hier geben. Nun habe ich mich mit der Basis des Nussmilch-Herstellens befasst und kann nun weiter herum tüfteln 🙂

 

Hast du schon einmal Nussmilch getrunken? Wie findest du den Geschmack? Kannst du mir vielleicht auch eine empfehlen?

Und hast du vielleicht auch schon einmal selbst Nussmilch hergestellt und kannst mir deine Erfahrungen mitteilen?

Ich wünsche dir nun einen nussig, cremigen Sonntag und einen schönen Start in die neue Woche! Deine Ela♥

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